Ankündigung!

Am kommenden Samstag, dem 12.06.2021 finden in München und Köln zwei ordentlich angemeldete Aktionen statt:

  • München: Am Stachus zwischen 9.30-15.00h Uhr   https://goo.gl/maps/Xm1i211j2motV6Wr7
  • Köln: Konrad- Adenauer Ufer 80 zwischen 15.00- 18.00 Uhr  (Rheinufer unter der Bastei)  https://goo.gl/maps/nubwAXEExQQ79iv89

Die Regionalgruppen Bayern und NRW laden jeweils zu einem interaktiven Schildergarten ein, der zum Nachdenken und Meinungsaustausch anregen soll.

Schildergarten im Rheinpark am 29.05.2021 in Köln

Am 29. Mai lud die Regionalgruppe Nordrhein- Westfalen zum ersten Mal zu einer angemeldeten „Demonstration ohne Demonstranten“ ein:

Bei strahlendem Sonnenschein stellte sie im Kölner Rheinpark am Igelbrunnen einen interaktiven Schildergarten mit Fragen aus, die zum Nachdenken und zum Meinungsaustausch anregen sollten.

Außerdem bestand die Möglichkeit für Passanten, eigene Gedanken auf einer Stellwand zu notieren.

Zwischendurch erklang Live- Musik mit Violine, Querflöte, Gitarre, Kontrabass und Rahmentrommel sowie ein gemeinsam gesungenes Lied mit einem von der Regionalgruppe selbst verfassten Text.

Die Resonanz war insgesamt positiv, aber eher verhalten, sodass die nächste „Demonstration ohne Demonstranten“ am 12. Juni 2021 auf der linken Rheinseite und näher am Rheinufer geplant ist.

Anbei ein paar Foto- Impressionen und die erste Strophe des Liedes:

>>Wir wollen Freiheit
Wir wollen Frieden
Denn unsre Grundrechte sind nicht verhandelbar
wir wollen leben
wir wollen atmen:
Lasst uns gemeinsam menschlich sein!<<

Frankfurt am Sonntag: Wiederbelebung urbaner Öffentlichkeit

  1. Wie man eine öffentliche Aussprache inszeniert und dabei die Diskussion verhindert

Am Sonntag, dem 25. April 2021, traf sich die hessische Regionalgruppe von 1bis19 zu einer öffentlichen Aktion in Frankfurt. Soeben hatten die Akteure von #allesdichtmachen mit ihrem aufrüttelnden, beißenden Spott vielen Kritikern der „Maßnahmen“-Politik die Hoffnung auf einen freieren Debattenraum zurückgegeben, und ein befreiendes Lachen über die Absurditäten ihrer doppelzüngig-moralisierenden Rechtfertigung noch dazu. Schnell war der moralisierende Furor über die Schauspieler selbst hereingebrochen. So wurde, am Tag vor unserer Aktion in Frankfurt, Jan Josef Liefers als Beteiligter von #allesdichtmachen zu einer WDR-Talkshow eingeladen und per Video zugeschaltet. Die dort inszenierte „Öffnung“ der Diskussion war der Demokratie freilich ganz unwürdig. Denn Liefers war geladen, um vor großem Publikum Selbstkritik zu üben. Dieses Negativ-Beispiel von Öffentlichkeit hatte ich an diesem Sonntag deutlich vor Augen:

In den Partei- und Jugendorganisationen der DDR nannte man das Ritual der Selbstkritik auch, noch beschönigender, „offene Aussprache“. Und wenn man sich offen selbstkritisch vor Publikum ausspricht, dann geht das so: Wer die mediale Macht und die politische Deutungshoheit über ein (vielleicht gar nicht so unerhörtes) Ereignis hat, in diesem Fall die Moderatorin dieses öffentlich-rechtlichen Senders, der wendet sich an die störende Person und beginnt zu sagen: „Wir wollen jetzt erst mal gut zuhören und ihnen die Möglichkeit geben, sich dazu zu erklären“.

Die Deutung des Ereignisses muss dabei, damit das Publikum nicht auf falsche Gedanken kommt, gleich zu Beginn vorgegeben werden: #allesdichtmachen „sollte“ aus Sicht der Künstler „ironisch gewesen sein, aber viele finden, das ist keine Ironie, das ist gefährlich“ (worin die Gefahr besteht, bleibt offen, Hauptsache gefährlich). Der Künstler Liefers, müde und vom öffentlichen Furor schon sichtlich gezeichnet, erklärt daraufhin den Schauspieler-Protest als „ironisch UND coronakonform“. Er entschuldigt sich für die Aktion (das tut mir leid), und als ihn dieselbe Moderatorin hämisch weiter befragt – es ginge ihm wohl nicht so gut, er sähe so mitgenommen aus – antwortet er sehr höflich (danke der Nachfrage). Immerhin schafft er es noch, den im Studio anwesenden Armin Laschet erst zur Kanzlerkandidatur, und dann zu dessen Forderung nach Transparenz zu beglückwünschen – um sich abschließend gleich noch mal zu entschuldigen (vielleicht habe ich mich übernommen).

Dann kommt der Co-Moderator ins Spiel, der laut überlegt, ob er die beanstandete Person „gut verstanden“ habe und was sie „wahrscheinlich meint“. Denn wenn man sich einmal richtig aussprechen will, ist es wichtig, der betroffenen Person zu vermitteln, dass sie sich nicht gut auszudrücken vermag und dass man sie nicht so richtig verstehen kann, weil sie selbst ja nicht ganz überblickt, was sie tut und was sie sagt, die den Unterschied von ironisch und gefährlich nicht abschätzen kann und nun auch noch ironisch, gefährlich und coronakonform verwechselt … Außerdem ist es bei einer offenen Aussprache wichtig, dass über die Person gesprochen wird, und nicht mit ihr, obwohl sie doch präsent und ansprechbar ist und man sie, bei Verständnisproblemen, der Einfachheit halber, direkt fragen könnte. Liefers blieb stumm und abgeschaltet.

Aussprache ist auch, wenn die Dramaturgie Gewährsleute zu Wort kommen lässt, die der fragwürdigen Person die moralische Integrität wiederherstellen dürfen: Laschet bescheinigte Liefers, er habe nur von seiner Kunstfreiheit Gebrauch gemacht und sei bestimmt nicht „rechts“. Liefers blieb stumm und abgeschaltet. Schließlich durfte die Tübinger Ärztin Lisa Federle, die mit ihm persönlich befreundet sei, in die Kamera sagen: „Ich weiß, was der Jan meint … Es geht ihm in erster Linie darum, Menschenleben zu retten. Ich bin Ärztin … und er denkt genauso … Er macht sich totale Gedanken um Menschen … Das hat mit AfD nichts zu tun“. Jan blieb stumm, die freie Debatte abgeschaltet.

Am 25. April war ich froh, nicht beim öffentlichen Rundfunk eingeladen, befragt, abgeschaltet, an den Pranger gestellt zu sein, sondern mit der hessischen Regionalgruppe von 1bis19 den urbanen öffentlichen Raum für Diskussionen zu öffnen. Auch wir Kritiker könnten ja die dauerhafte Verletzung der Grundrechte öffentlich anprangern, besonders der Rechte der Schwächeren in unserer Mitte, der Kinder und Jugendlichen, der Allerältesten, der Armen und prekär Beschäftigten und all derer, die demnächst zu dieser Gruppe vielleicht dazugehören, die Künstler/innen nicht zu vergessen und die Betreiber/innen der öffentlichen Lokale. Die Moral ist, ebenso wenig wie die Naturgesetze oder die Wissenschaft/en, nicht auf Seiten derer, die sie lauthals für ihre eigenen politischen Interessen reklamieren.

  1. Offen und ansprechbar sein

Wir haben den öffentlichen Raum lieber zum herrschaftsfreien Gespräch genutzt, zum Austausch von Gedanken und Meinungen. Nach dem Vorbild der „Demonstration ohne Demonstranten“ in Dingolfing (die Landauer Presse berichtete am 9. März 2021) haben wir im Günthersburgpark in Frankfurt 22 Schilder mit 22 drängenden Fragen in einem lockeren Carrée aufgestellt. So entstand, im großzügigen Entrée dieses Parks, ein offener, luftiger Schildergarten, an dem man ungehindert vorbeigehen konnte, den man auch aus sicherer Entfernung – beim Blick zurück oder von der Parkbank aus – gut beobachten konnte (um sich dann vielleicht doch zögerlich zu nähern), durch den man aber erst recht frei hindurchspazieren und -flanieren konnte. Die meisten Passanten, mit denen wir tatsächlich ins Gespräch kamen, näherten sich dann auch einigermaßen direkt und neugierig: Manche vertieften sich ins Lesen, viele machten Fotos von den Schildern. Wer sich von ein, zwei Schildern angesprochen fühlte, der erkundete sie schließlich meistens alle. Es war zu spüren, dass manche dabei nachdenklich wurden, vielleicht sogar ihre Gewissheiten bei sich selbst leise in Frage stellten.

Zu diesem Zweck waren die Fragen von der Gruppe absichtlich provozierend formuliert worden (alle Fragen unten): „Ist „alternativlos“ demokratisch? Fühlen Sie sich bevormundet? Machen wir bei der nächsten Grippewelle auch einen Lockdown?“ – mit solchen Reizwörtern wie „Grippe“ und „demokratisch“. Zugleich beruhen diese Fragen auf Informationen darüber, was die aus dem öffentlichen Rundfunk gecancelten Wissenschaftler/innen zur Sache beizutragen haben: Etwa, dass man eine Viruserkrankung mit der Sterblichkeit von 0,15% nicht zwingend als „Pandemie“ bezeichnen muss, wenn man das politisch-mediale Interesse an der Angsterzeugung einmal beiseite lässt: „Wieso spricht man von einer Pandemie, wenn 99,85% der Erkrankten überleben?“, beruhend auf der letzten, bis zu 60 Länder (seriös) vergleichenden Studie von John Ioannidis (Stanford University). Durch die öffentlich-rechtlichen Informationsversäumnisse leben die Spaziergänger/innen im städtischen Park, genauso wie die Familien, Freundeskreise, ehemaligen Café- und Theaterbesucher/innen, mittlerweile in einer geteilten Öffentlichkeit (Ulrike Guérot). Die Befürworter verstehen nicht mehr, was die Kritiker sagen; der Austauschbedarf dazwischen könnte größer kaum sein.

Da Menschen es nun am liebsten selbst bestimmen, ob und wann sie mit einer fremden Person in den Dialog gehen, ließen wir es darauf ankommen, dass sie von sich aus auf uns zukamen: „Können wir über das Thema diskutieren? Darf ich Ihnen meine Meinung zu Ihren Fragen sagen?“ Sogar Jogger/innen kamen auf uns zu. Mindestens zwei von ihnen nahmen sich bis zu einer Stunde ihres sportlichen Lebens Zeit, um zu diskutieren und respektvoll auszuloten, wo man einer Meinung war und wo nicht. So sportlich soll es zugehen in einer modernen Demokratie! Weitere Stimmen in der vielfältigen Diskussion lauteten so:

– Eine junge Frau sprach mich an: „Eigentlich bin ich total links eingestellt, aber was hier passiert, lässt mich fassungslos zurück und ich erkenne die Politik nicht wieder, die ich bislang als meine ‚Heimat’ angesehen habe“. Ich erwiderte, dass mir dies genauso ginge – nur aus der anderen Richtung. Sie sah mich verdutzt an, als ich erklärte, dass dies Alles doch noch was Gutes habe. Linke reden mit Konservativen und umgekehrt, weil wir erkennen, dass unser aller Lebensweise massiv bedroht ist.

 

– Ein älterer spanischer Herr schilderte mir ausführlich, wie viel schlimmer die Restriktionen und das Durchgreifen der Polizei in Spanien seien. Mit Tränen in den Augen berichtete er, dass er sich nicht impfen lassen wolle, weil er Angst habe; ihm bliebe aber keine Wahl, weil er doch seine Familie in Spanien wiedersehen wolle …

– Ein Mann war ungehalten über die Aktion. Auf Nachfrage erzählte er von einem Kollegen, der mit COVID auf einer Intensivstation liege. Er beruhigte sich schnell wieder, nachdem ich ihm mein Bedauern darüber ausdrückte und ihn zugleich fragte, ob er die Maßnahmen für gerechtfertigt halte, die die Existenzen von Millionen Menschen zerstöre.

– Eine Frau empörte sich sichtlich über das Schild mit der Frage „Macht Einsamkeit nicht auch krank?“, indem sie laut und wie um sich selbst zu überzeugen sagte: „Ich bin doch überhaupt nicht einsam!“. Sie rief das nur im Vorbeigehen. Ich musste mich fragen: Hat denn Corona dazu geführt, dass manche nur noch sich selbst sehen, betroffen fühlen und nur noch mit sich selbst sprechen, wie in einem Tunnel?

Keine schlechte Idee war es, Bekannte vom Ort einzuladen, die zu ihrer eigenen Meinung auch noch eine Offenheit mitbringen. Dann ergibt es sich nämlich, dass auch jene, die an der Aktion eigentlich völlig unbeteiligt sind, miteinander ins Gespräch kommen: Da nähert sich eine Frau mit streng anliegender FFP2-Maske zweien, die schon miteinander reden, und fragt, vermutlich ohne die Schilder im Einzelnen gelesen zu haben: „Aber die Krankheit ist doch gefährlich? Und die U-Bahn ist morgens so voll, da muss man immer Maske tragen“. Darauf ein Mann aus dem Gespräch: „Ach, sie kommen sicher aus dem Iran, diesen Akzent kenne ich doch!“. Die Frau strahlt übers ganze Gesicht, das man nur leider gar nicht sehen kann. Sagt der Mann: „Ja, aber jetzt können sie die Maske doch mal abnehmen. Sie müssen doch hier draußen auch mal Luft holen“. Da nimmt die Frau ihre Maske ab, zeigt ihr Lachen, und setzt sie wieder auf, aber viel lockerer, um weiter im Gespräch zu bleiben …

… Zweimal kam die Polizei vorbei und sah die Auflagen eingehalten. Aber was wir zweifellos alle in Erinnerung behalten, das sind die ungezählten erhobenen Daumen, die spürbare Erleichterung bei vielen Passanten, der große Zuspruch: „Klasse! Sehr gute Fragen! Starke Aktion! – Endlich tut jemand etwas gegen diesen Irrsinn!“ – feuerte uns eine alte Dame an. Sogar Verfechter einer Lockdown-Politik zeigten sich vereinzelt aufgeschlossen. Diejenigen von uns, die mit ihnen sprachen, fanden es nützlich, in dieser Situation auf konfrontative Gegenthesen zu verzichten. Die Bereitschaft dazu kam ihnen wie ein „Türöffner“ für den Dialog vor, durch den möglicherweise mehr Menschen bereit sind, ihre eigene Haltung zu hinterfragen. Die Fragen sind ja provokativ genug. Ist man dann einmal im Gespräch, ergibt sich durchaus die Möglichkeit, die Provokation zwar stehen- und weiterwirken zu lassen, aber nicht noch bis zur Aggressivität zu verstärken. So ergaben sich kontroverse Diskussionen, die respektvoll blieben. Einmal kam das Thema auf China, und da eine der Aktivistinnen aus Taiwan kommt, verlagerte sich das Gespräch schnell auf den China-Taiwan-Konflikt. Ein sehr konzentriertes Gespräch, das zwei Stunden anhielt und auf Umwegen die Frage nach Demokratie und Menschenrechten doch in seinem Mittelpunkt hatte.

Plötzlich klebten ein paar Antifa-Aufkleber auf unseren Schildern; und obwohl wir deren Botschaft teilen (nie wieder Faschismus), fanden wir sie doch unpassend und haben sie entfernt. Ein „Verpisst-Euch-Sonst-Passiert-Was“ konnten wir überhören; die Bitte, wir sollten doch ab jetzt jeden Sonntag da sein, dagegen kaum. Denn auch wir haben uns ja sehr gefreut zusammenzukommen. Am Ende konnten wir zwei junge Leute (beide unabhängig voneinander) für das folgende Regionaltreffen gewinnen. Langsam sei es unerträglich, nichts zu tun. Und: Viele kritische Netzwerke müsse es geben, je dezentraler der Protest, desto besser.

Für mich persönlich bestand ein schöner Begleiteffekt darin, mein eigenes Stadtviertel zur Abwechslung einmal wiederzuerkennen: Das Frankfurter Nordend, dieses quirlige Familien-, Alltags-, Ausgehviertel für Jüngere und Ältere, mehr und weniger Bemittelte, mit vielen Berufen, Beschäftigungen, Kulturen, wo in den Cafés und Parks und auf großen Plätzen normalerweise so viele Begegnungen möglich sind und Menschen ein Interesse aneinander haben, auch an der politischen Auseinandersetzung.

Ach ja, und übrigens passierte die Aktion nur einen Tag, bevor Dietrich Brüggemann im Welt-Interview (vom 26.4.) zeigen konnte, dass man auch im öffentlichen Rundfunk die Grundrechte und ihre Abwägung selbstbewusst einfordern und entwürdigende Formate der öffentlichen Selbstkritik und Bevormundung klug konterkarieren kann. Jede und jeder kann das, überall im öffentlichen Raum.

  1. Fragen für eine „Demonstration ohne Demonstranten“

1)    Ist „alternativlos“ demokratisch?

2)    Fühlen Sie sich bevormundet?

3)    Interessieren sich Politiker für unsere Gesundheit?

4)    Panik oder Besonnenheit – was verbreiten die Medien?

5)    Was wünschen sich alte Menschen?

6)    Wieso gibt es in Ländern ohne Lockdown keine erhebliche Übersterblichkeit?

7)    Wieso werden Verstorbene getestet, aber nicht obduziert?

8)    Machen wir bei der nächsten Grippewelle auch einen Lockdown?

9)    Warum wird medizinische Infrastruktur ab- statt aufgebaut?

10)    Welche Folgen haben anhaltende Kontaktbeschränkungen für  unsere Gesellschaft?

11)    Warum werden Schäden aufgrund der Corona-Maßnahmen nicht genauso betrachtet wie

COVID-Schäden?

12)    Machen Einsamkeit und Existenzangst nicht auch krank?

13)    Was macht das alles mit unseren Kindern?

14)    Warum sprechen Regierende zu uns Bürgern wie zu kleinen Kindern?

15)    Warum isolieren wir geimpfte alte Menschen weiterhin?

16)    Welche Aussagekraft hat der Inzidenzwert?

17)    Welche Aussagekraft hat ein positives PCR-Testergebnis?

18)    Ist COVID nicht nur eines von vielen Lebensrisiken?

19)    Fühlen Sie sich durch die Medien umfassend und ausgewogen informiert?

20)    Kann man von Pandemie sprechen, wenn 99,85% der Erkrankten überleben?

21)    Wieso zählen Verkehrsunfalltote mit positivem Testergebnis als Coronatote?

22)    Ist es für Sie akzeptabel, die Grundrechte Ungeimpfter dauerhaft einzuschränken?

Informationsspaziergang am 13. März 2021 in Karlsruhe

1bis19 Baden-Württemberg hat am Samstag, den 13. März 2021 im Zentrum von Karlsruhe Informationsmaterial von 1bis19 verteilt. Dabei ergaben sich auch anregende Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern.

1bis19 Regionalgruppen kennenlernen: https://initiative.1bis19.de/regionalgruppen/

Mahnwache von 1bis19 Bayern am 28. Februar 2021 in München

Bei schönstem aber recht kühlem Winterwetter konnte die Regionalgruppe Bayern ihre zweite Mahnwache am Stachus in München durchführen.

Während in der ersten Stunde bis gegen Mittag nur wenige Interessenten vorbeikamen, konnten wir uns am Nachmittag über mangelndes Interesse nicht beklagen. Es gab einige sehr gute Gespräche mit Passanten und Interessierten sowie Mitgliedern von 1bis19. Wohlwollend wurde zur Kenntnis genommen, dass wir ohne laut zu sein kritisch auf die vielfältigen politischen Maßnahmen in der Corona Bekämpfung eingehen konnten.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich bei den Helfern und Passanten am Stachus sowie beim KVR und der Polizei für die unkomplizierte Begleitung.

Bürgertisch von 1bis19 am 27. Februar 2021 in Wiesbaden

1bis19 Hessen hat am Samstag, den 27. Februar 2021 Passantinnen und Passanten in der Wiesbadener Fußgängerzone um ihre Einschätzung zu ihren Grundrechten gebeten. Wie empfinden die Bürgerinnen und Bürger die Einschränkungen? Die Auswertung in einigen Tagen hier auf dieser Seite.

Corona- „Seelsorge“ in der evangelischen Andacht

Auf Einladung von Pfarrer Thomas Dietz hat Dr. Paul Brandenburg Mitte Januar 2021 an einer Andacht in Malchow (Brandenburg) teilgenommen. Es wurde gemeinsam gesungen und Pfarrer Dietz schilderte die Sorgen der Menschen in seiner Gemeinde. Er sprach über Einsamkeit, Isolation, Angst vor der Zukunft, Unsicherheit bezüglich der Impfung gegen Covid-19 und über die massive Spaltung der Gesellschaft.
Als Gast stand Paul Brandenburg Rede und Antwort zu Fragen wie: welche Aussagekraft haben „Infektionszahlen“ und der PCR-Test, wie geht unsere Gesellschaft mit dem Tod um, wie sieht Brandenburg die aktuelle Pandemie-Politik.
Der sachliche Austausch sei „Seelsorge“ pur gewesen, meinte Pfarrer Dietz im Anschluß an die Andacht. Unaufgeregte Aufklärung, Informationen ohne Wertung, Zahlen aus internationalen Studien, genau das hätten seine Gemeindemitglieder dringend gebraucht. Denn die Panik, welche viele Medien und Politiker verbreiten, sei lähmend. „Was wir hier in der Uckermark brauchen, ist sachliche Information, um die Menschen aus ihrer Schockstarre zu lösen!“

Untenstehend finden Sie einen Zeitungsartikel zur Andacht.

Hauptsache Maske – Interview mit Prof. Dr. Markus Veit

Das Interview mit Prof. Dr. Markus Veit in zwei Teilen

Interview mit dem Epidemiologen Dr. Pürner zur aktuellen Corona-Gesundheitspolitik

Camilla Hildebrandt im Interview mit dem Epidemiologen Dr. Friedrich Pürner zur Corona-Gesundheitspolitik

https://soundcloud.com/camilla-hildebrandt/interview-mit-dr-friedrich-purner-januar-2021?ref=clipboard&p=i&c=1

Interview mit Dr. Caroline Böttiger – die Schuldfrage, Corona und die Gesellschaft

Camilla Hildebrandt im Interview mit der Psychotherapeutin Dr. Caroline Böttiger zur Schuldfrage bei Corona

https://soundcloud.com/camilla-hildebrandt/interview-mit-dr-caroline-bottiger-die-schuldfrage-gesellschaft-und-corona?ref=clipboard&p=i&c=1

Studie widerlegt anfängliche Corona-Befürchtungen


Weder Mehrbelastung von Kliniken noch vermehrte Todesfälle

Berlin 17.12.20. Bis Oktober 2020 sind nachweislich deutlich weniger Menschen in deutschen Krankenhäusern verstorben, als noch im “Vor-Corona”-Zeitraum 2019. Auch mussten wesentlich weniger Menschen auf Intensivstationen behandelt oder beatmet werden. Diese Tatsache hat die Initiative Qualitätsmedizin e.V. als Forschungsverbund von 500 Krankenhäusern mit einer umfangreichen Auswertung von Behandlungsdaten belegt (1).
Der nachgewiesene Rückgang an erkrankten und an verstorbenen Patienten seit Beginn der Corona-Politik im März dieses Jahres beweist, dass anders als anfänglich befürchtet, zu keinem Zeitpunkt ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems drohte.

Pressekontakt
Dr. med. Paul Brandenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin
Vorstandsvorsitzender 1bis19 – Initiative für Grundrechte und Rechtsstaat e.V.

Tel.: +49 30 555 73 642
 

Quelle
(1) https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie

Mahnwache für Grundrechte und Rechtsstaat in München

Am 12. Dezember 2020 hat 1bis19 Bayern auf dem Karlsplatz in München eine Mahnwache für Grundrechte und Rechtsstaat durchgeführt. Zahlreiche interessierte Passanten kamen mit uns ins Gespräch.

Österreichisch-deutsches Gipfeltreffen

Am Samstag, den 28. November 2020 fand das erste Gipfeltreffen von 1bis19 mit einem Ableger der österreichischen Initiative Respekt plus aus Kufstein statt. Die Gruppe, welche offiziell in Kufstein unter „Es ist genug“ agiert, trifft sich seit dem Frühjahr 2020 jede Woche auf dem Stadtplatz in Kufstein.
Das Gipfeltreffen wurde von 1bis19 angeregt und kam aufgrund des herrlichen Wetters sehr spontan und kurzfristig zustande.

Auf dem Gipfel des Spitzsteins im Chiemgau, direkt an der deutsch-österreichischen Grenze überreichte 1bis19 der Kufsteiner Gruppe ein kleines mit 1bis19-Karten geschmücktes Bäumchen. Der 1bis19 Regionalgruppe Bayern wurde eine große Kerze überreicht.
So kommt die Vernetzung mit Österreich weiter voran.

Offener Brief an die Richterschaft

1bis19 richtet sich an einem Appell an die Richterschaft in Deutschland

Änderung des Infektionsschutzgesetzes

1bis19 hat die Mitglieder des Bundestages in einem offenen Brief auf die problematischen Punkte der Novelle des Infektionsschutzgesetzes hingewiesen. Hier zum Herunterladen und Verteilen.

Zweiter Lockdown – ein Gastbeitrag

Nur Arbeit, kein Vergnügen

Nun also wieder Lockdown. Berlin verwandelt sich im grauen November in eine trostlose Ansammlung von Häusern. Nur Arbeit, kein Vergnügen. Es sei denn, jemand arbeitet für das Vergnügen anderer. Dann hat er oder sie nicht einmal mehr Arbeit.

Wie lange soll das noch weitergehen? Bis in alle Ewigkeit, immer wieder Lockdowns? Bis die Bevölkerung durchgeimpft ist? Wie lange halten wir das durch, wirtschaftlich und psychisch? Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits vor Lockdowns als Maßnahme gewarnt.

Wie lange kann man den Menschen das Menschsein verbieten: sich näherzukommen, sich zu umarmen, zusammen zu feiern? Werden wir auf diese Weise alle – frühe oder später – zu Gesetzesbrechern, weil wir diese Art der Existenz – ich sage bewusst nicht „Leben“ – nicht mehr aushalten? Oder wird ein neuer Mensch herangezüchtet, ein Heer von Schizoiden, deren Leben primär digital – vor dem Bildschirm – stattfindet. Was uns abverlangt wird, ist zutiefst wider die menschliche Natur.

Hilfsscheriffs sollen nun auf diejenigen angesetzt werden, die sich nicht an die Coronaregeln halten. Kurzausgebildete mit herrschaftlichen Befugnissen. Jede*r, der/die sich halbwegs in der Geschichte auskennt, weiß, dass dies einen bestimmten Menschenschlag anzieht – diejenigen, die „sonst nichts zu melden haben“ -um es mal salopp zu formulieren- und die endlich mal mit einem Quäntchen Macht ausgestattet werden und es kaum erwarten können, diese auch auszuspielen. Das hatten wir schon mal, in den zwölf schwärzesten (braunsten) Jahren der deutschen Geschichte.

„Die Maske muss sexy werden“, sagt gestern der Virologieprofessor Hendrick Streeck, der sich ansonsten eher durch moderate Ansichten ausgezeichnet hat. Herr Streeck, verarschen kann ich mich auch alleine. Die Maske ist hässlich und bleibt hässlich – auch, wenn ihre Farbe zur Jacke passt oder drei Glitzersteinchen darauf geklebt werden. Gerade für Kinder ist es extrem wichtig, die Mimik des Gegenübers zu lesen, lesen zu lernen. Ansonsten wächst uns eine Generation mit sozialen Defiziten heran. Das weiß ich als Psychologe. Das weiß ich als Mensch. Längst ist das Maske tragen zu einer Art Bekenntnis geworden, Bekenntnis zur Regelkonformität. Wer es nicht tut, gilt als „asozial“, als Egoist – ohne zu hinterfragen, ob es demjenigen vielleicht nicht möglich ist, aus medizinischen Gründen.

Eine Gegenöffentlichkeit muss man suchen. Hervorgetan hat sich aus meiner Sicht eine deutschsprachige, aber dennoch ausländische Zeitung, die Neue Züricher Zeitung, die durchaus auch Andersdenkende zu Wort kommen lässt. Ansonsten lese ich überwiegend Einheitsmeinung, einschließlich der Betitelung anders denkender als Wirrköpfe, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Covidioten“. Gleichzeitig ist es zum Teil extrem schwierig, seriöse kritische Stimmen von solchen zu unterscheiden, die in der Tat Verschwörungstheorien verbreiten.

Dass die Sterblichkeit des SARS Cov2-Virus bislang überschätzt wurde, geht aus einer Studie der WHO hervor, die am 7. Oktober dieses Jahres veröffentlicht wurde. Dieses Faktum wird von unserer Regierung geflissentlich ignoriert, von der Mehrheit der Medien meinem Eindruck nach ebenso. Einzelfälle, bei denen eine Covid19-Erkrankung auch bei jüngeren Menschen dramatische – gar tödliche -Folgen hatte, werden medial hingegen ausgeschlachtet, um der Bevölkerung weiterhin den nötigen Respekt vor der Erkrankung einzuflößen. Meinem Eindruck nach gelingt dies, auch bei Menschen mit höherer Bildung, die ansonsten alles kritisch hinterfragen.

Eine optimale Lösung habe ich selbstverständlich auch nicht. Ich bin kein Virologe, kein Epidemiologe und kein Mediziner. Als studierter Psychologe (und Mensch) weiß ich jedoch, was soziale Isolation und Misstrauen – gerade über längere Zeit – mit Menschen machen. Auch weiß ich, dass der Mensch als solcher Nähe und Berührungen braucht und bewegte Bilder auf dem Bildschirm des Computers diese nicht ersetzen können – längerfristig schon mal gar nicht.

Als Historiker weiß ich, dass Situationen, wie wir sie im Moment haben, Gesellschaften spalten und nachhaltig schädigen können. Wo sind die kritischen Stimmen bei den Grünen, bei den Linken? Ist es denn möglich, dass sich primär Parteien kritisch äußern, die sich ansonsten vornehmlich durch Neoliberalismus im einen und Fremdenfeindlichkeit im anderen Falle auszeichnen? Wir müssen sehr wachsam sein und bleiben, um ohne allzu große Coronateralschäden aus dieser Krise herauszukommen.

Bereits seit März ist mir klar, dass das Löschwasser keinen größeren Schaden anrichten darf als das Feuer. Es wird gerade wieder viel Löschwasser verbraucht – für ein zugegebenermaßen wieder aufgeflammtes Feuer. Leider geschieht das genau so unreflektiert wie im März und April dieses Jahres.

Offener Brief an Mitglieder des Bundestages

1bis19 wendet sich in einem offenen Brief an alle Mitglieder des Bundestages

Offener Brief an Herrn Kubicki und Herrn Wissing

1bis19 wendet sich in einem offenen Brief an Vertreter der FDP

Offener Brief an Nina Proll

1bis19 dankt Nina Proll für Ihren großartigen Song für die Demokratie!

Was passiert mit unserer Gesellschaft?

Camilla Hildebrandt im Interview mit Dr. Paul Brandenburg

Oktober 2020

Auf der politischen Agenda steht seit Jahrzehnten ganz oben: Stärkung der Toleranz in der Gesellschaft – und momentan passiert das genaue Gegenteil. Die Gesellschaft spaltet sich in Pro Corona-Maßnahmen und Maßnahmen-in-Frage-Steller. Der Andere ist der Feind, der potentielle Virus-Bringer. Meinungen gibt es nur noch wenige, Hauptsächlich Gut und Böse, Maske oder nicht Maske. Eine Art Ent-Menschlichung findet statt…

Momentaufnahme, Anfang Oktober 2020

Glosse

Ich bin wieder da, in meiner kleinen Oase, wo Menschen entspannt Café trinken, ihre Nase in die Zeitung vertiefen, draußen unter den bunten, verblassten Wimpeln und im Schatten der Bäume sitzen oder drinnen mit Jazzmusik. Wo sie eine einzelne Zigarette kaufen, ein paar Äpfel vom Bauer aus der Region oder einfach einen Smalltalk brauchen. Wo es montags meist Kartoffelsuppe gibt, freitags hauchdünnes, paniertes Schnitzel, wo Kunden mit oder ohne Maske hereinkommen, freundlich nicken, lächeln, einfach nur lächeln, so wie früher. Wer die anderen vor sich selbst beschützen will, trägt die schwarzen, blauen, bunten oder karierten Masken im Gesicht (war das nicht der Zweck der Maßnahme?). Wer keinen Stoff vor der Nase trägt, bekommt auch einen Café, sogar mit Hafermilch, und wird nicht bitterböse angeblöckt und der potenziellen Mordabsicht an seinem Nächsten bezichtigt (oder zumindest an der Großeltern). Hier darf der Bürger mündig sein. Darf Kerzen, Rotwein, Twix oder Wirsing mitnehmen für kleines Geld, oder auch länger verweilen und sich noch den Streuselkuchen mit Kirschen zum Nachtisch erlauben. Hier, in meiner kleinen Oase, im Viertel, wo ich einen Platz in einem Büro angemietet habe, weil es mir an meinem Arbeitsplatz zu anstrengend wird. „Bitte tragen Sie ausnahmslos eine Maske, sobald Sie Ihren persönlichen Arbeitsplatz verlassen. Das gilt auch für sehr kurze Wege, also innerhalb eines Großraumbüros, zu einem zentralen Kopiergerät, in eine Teeküche oder in ein Nachbarzimmer.“ Hier gilt noch die Devise des alten Fritz: Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden. Hier entwickele ich wahrscheinlich keine massive Depression und Angstzustände, wie mein ehemaliger Chorfreund, aufgrund der Quarantäne (nicht wegen des Virus!), oder werde vor ca. 200 Kollegen – jeder zu Hause am Computer – vor meiner Präsentation vom Oberchef heruntergeputzt, weil ich es wage, zusammen mit meiner Kollegin ohne Maske vor dem Bildschirm zu sitzen. Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein. In meiner Oase umarmen sich sogar Zeitgenossen. Ich bezahle meine Suppe, den Cappuccino zum Mitnehmen und gehe zurück ins Büro. Aber morgen komme ich wieder. Denn ich kann nicht mehr ohne meine kleine Oase, sie erinnert mich irgendwie an alte Zeiten. Damals, als noch mehr mündig waren, Zwischenmenschlichkeit ein hohes Gut war, als ich noch keine konkrete Furcht haben musste meinen Job zu verlieren, weil ich nicht die Meinung der Mehrheit vertrete (auch egal, ich kündige sowieso), als einige großartige Idioten, besser Vollpfosten waren und andere echt OK. Als wir uns nicht für Infektionszahlen, sondern für schwer Erkrankte oder nachweisbare Todeszahlen interessierten, als der Verkäufer in einem Bekleidungsladen uns nicht anschrie, weil wir allein in der Umkleide (allein im ganzen Laden) keine Maske trugen, als die Regierung nur die Regierung, und nicht der unanfechtbar Allwissende war, als die Leitmedien noch ihre Arbeit machten, unparteiische, ausgewogene Berichterstattung als vierte Säule der Demokratie. Muss schon sehr lange her sein, vielleicht Januar 2020……

Wir brauchen:
– einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss
– einen Exit-Plan
– eine Strategie für zukünftige Ausnahmesituationen

Statement
zur Demo am 29.8.2020

Auch gegensätzliche Meinungen zulassen

Die Berliner Polizei verhinderte am 29. August 2020 durch fragwürdige Maßnahmen eine genehmigte Demonstration. In einer Demokratie muss das Demonstrations- und Versammlungsrecht gewährleistet sein, fordert Paul Brandenburg, Vorsitzender der Bürgerrechtsinitiative 1bis19.

Berlin, 11. September 2020 – Die Berliner Polizei hat am Samstag, den 29. August 2020, verhindert, dass sich der genehmigte Demonstrationszug unter dem Motto „Frieden und Freiheit“ in Bewegung setzen konnte.

Laut den Beobachtungen von Mitgliedern der Initiative 1bis19 hatte sich folgende Situation entwickelt: Die Friedrichstraße hatte sich mit immer mehr Menschen gefüllt, die den Demonstrationszug besuchen wollten. Da ihre Seitenstraßen von der Polizei abgesperrt wurden und sie zudem die Zugspitze blockierte, sammelten sich immer mehr Teilnehmer auf der Friedrichstraße an, ohne dass die Demonstration starten durfte. Der vorgegebene Abstand wurde von den Teilnehmern weitgehend eingehalten, dennoch wurde es aufgrund des großen Zustroms und der Blockade am Kopf des Zuges enger. Schließlich gab die Polizei bekannt, dass die Demonstration nicht stattfinden dürfe. Ihre Begründung: Die Abstände würden nicht eingehalten. Laut den Anwesenden von 1bis19 waren es jedoch vor allem die Maßnahmen der Polizei, die verhinderten, dass sich die Kundgebung ordnungsgemäß in Bewegung setzen konnte.

„Egal wie wir thematisch zu einer Demonstration stehen, sie muss ermöglicht werden. Das muss eine Demokratie aushalten”, erklärt dazu Paul Brandenburg von der Initiative 1bis19. Ohne die Absperrungen der Polizei sei der Mindestabstand einhaltbar gewesen. „Mit diesem willkürlichen Vorgehen lässt sich derzeit jeder Protest untersagen. Das ist einer Demokratie nicht würdig”, so Brandenburg weiter.

Kommentar, 26.09.2020

Regelkonform = ich gehöre zu den Guten

Berliner Tagesspiegel, 26.09.2020: Gute Ratschläge, wie man sich im Winter vor Corona schützen kann. Zum Beispiel Kino/Theater: Hier habe man wenig Kontrolle sich möglicherweise anzustecken. Aber: „psychologisch wichtig ist es, selbst sehr klar Corona-Bewusstsein zu signalisieren“. Natürlich durch die Maske und besser mehr als weniger Abstand in der Schlange. Außerdem „durch Hinweise an den Veranstalter, wenn Dinge nicht regelkonform ablaufen.“

Es lebe das Denunziantentum!

Warum frischen wir nicht Sachsens Idee wieder auf, sollte sich jemand in Zukunft den Corona-Maßnahmen widersetzen?

Welt, 20.04.2020: „Sachsen will Quarantäne-Verweigerer in Psychiatrien sperren.“ Wer nicht hört, wird weggesperrt. Es ist schließlich „für unser aller Gesundheit und Leben wichtig, dass die Menschen sich an die Quarantäneanordnungen der Gesundheitsämter halten“, so Sachsens Sozialministerin, Petra Köpping (SPD), im April 2020.

  • Wir haben in Deutschland: rund 83 Millionen Einwohner
  • Jeden Monat sterben: ca. 75.000 Menschen
  • Seit der Corona-Messung starben: 9443 Menschen
  • Aktuell haben wir Corona Positiv-Getestete: 22.280 = 0,026 % der Bevölkerung
  • Positiv-Test bedeutet nur: der Virus ist im Körper nachweisbar
  • Gesamtzahl Testpositiver abzüglich Genesener und Verstorbener
  • Patienten in Intensivbehandlung: 304 = 0.00036 % der Bevölkerung
  • Stand: RKI 25.09.2020

Auf welcher Evidenz basiert aktuell die epidemische Lage mit nationaler Tragweite?

Eine absolute Sicherheit ist nicht möglich, ebenso wenig wie der absolute Gesundheitsschutz. Denn das hieße gar nicht mehr aus dem Haus zu gehen, nur mit einer Person, bestenfalls dem Partner, Kontakt zu haben. Schließlich können Grippe und viele andere Krankheiten, Unfälle, Gewalttaten etc. ebenfalls tödlich sein. Wir können uns verschanzen, abschotten und möglicherweise länger leben. Wenn wir nicht schon frühzeitig an Vitamin D-Mangel aufgrund fehlenden Sonnenlichts, Diabetes, Fettleibigkeit mangels Sport, Depressionen wegen fehlender Lebensfreude, oder häuslicher Gewalt sterben. Für welchen Preis also?

Die Gesellschaft spaltet sich aktuell immer mehr in pro-Maske und Masken-in-Frage-Steller, in Gut und Böse. Eine Art Entmenschlichung findet statt. Der Andere ist eher Feind als Freund, ein potentiell gefährlicher Virenträger. Und Zwischenmenschlichkeit soll digital ersetzt werden. Das Makaber-Groteske dabei ist: der potentielle Virenträger-Feind ist bei 22.280 Corona-Positiv-Getesteten, also 0.026% der Bevölkerung, sehr schwer ausfindig zu machen…

Wir brauchen:
– einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss
– einen Exit-Plan
– eine Strategie für zukünftige Ausnahmesituationen